Hydrophobierungen

Die Schlüsselfunktion einer Hydrophobierung ist die Verhinderung des kapillaren Wassertransports. Mineralische Baustoffe wie Naturstein, Ziegel, Putze und Beton nehmen bekanntermaßen Wasser auf. Dieses Wasser bringt eine Reihe von Problemen mit sich. Das eingedrungene Wasser kann zu Frostschäden führen. Außerdem bringt das Wasser Salze oder Schadgase in den Baustoff ein. Durch die Anwesenheit von Wasser wird biologischer Bewuchs, zum Beispiel durch Algen, Flechten und Pilze gefördert. Nicht zuletzt verschlechtert das Wasser die Wärmedämmung von Außenwänden. Aus diesen Gründen hat der Mensch schon lange versucht, das Wasser fernzuhalten. Anstriche sind eine Methode, aber auch Imprägnierungen haben schon eine lange Ge- schichte. So tränkten bereits die Römer Ziegel mit Ölen, um sie trocken zu halten . Heutige Hydrophobierungen beruhen auf demselben Prinzip, allerdings mit modernen Materialien

Das Prinzip der Hydrophobierung besteht darin, die Oberflächenenergie der mineralischen Baustoffe herabzusetzen. Wasser ist eine Flüssigkeit mit vergleichsweise hoher Oberflächenspannung, die von Oberflächen mit hoher Energie angezogen, von solchen mit niedriger Energie aber abgestoßen wird. Bild 1 verdeutlicht diese Zusammenhänge. Moderne Hydrophobierungsstoffe sind beispielsweise Silane . Diese sind so genannte Zwittermoleküle, die einen hydrophoben, also wasserabstoßenden, und einen hydrophilen, also wasseranziehenden Teil besitzen